» Aktuelles » Artikel

09. Juli 2026, 09:12 Uhr: Rückblick Girls 13
Nur ein Golden Goal fehlte zum Heden-Traum
Eine ganz besondere Mannschaft stellte beim Partille World Cup unsere Girls 13. Sie waren nicht nur das jüngste Team unserer gesamten Reisegruppe, sondern mit 16 Spielerinnen gleichzeitig auch die größte Mannschaft. Zudem bestand das Team aus Spielerinnen von gleich vier verschiedenen Mannschaften: der D1 und D2 des TV Cloppenburg sowie der D1 und D2 des SV Cappeln. Entsprechend groß war die Herausforderung, aus vielen einzelnen Puzzleteilen innerhalb kürzester Zeit eine funktionierende Mannschaft zu formen.

Kurz vor der Abreise folgte dann der nächste Rückschlag: Trainerin Elena Eilers verletzte sich schwer an der Hand und konnte die Reise nach Göteborg nicht antreten. Dabei hatte sie in den Wochen zuvor viel Zeit investiert, um den bunt zusammengewürfelten Kader auf das Turnier vorzubereiten und als Team zusammenzuführen.

So war Improvisation gefragt. Christian Bien übernahm zusätzlich zu seinen Aufgaben in der Reiseleitung sowie als Trainer der Girls 14-2 auch das Coaching der Girls 13. Unterstützt wurde er von Christina Reselage, die ursprünglich beim Team ihrer Tochter, den Girls 14-1, eingeplant war, nun aber gemeinsam mit Karin Haakmann die Betreuung der Mannschaft in der Schule übernahm.

Mehr zum Team auf der [Teamseite].

Die Voraussetzungen waren also alles andere als ideal. Doch genau diese Mannschaft entwickelte sich im Laufe der Turnierwoche zu einer echten Einheit. Mit jedem Spiel wuchsen die Mädchen enger zusammen, kämpften füreinander und belohnten sich schließlich mit einem beeindruckenden Lauf im B-Play-off. Als einziges Team unserer Reisegruppe schieden die Girls 13 erst im dritten K.-o.-Spiel, dem Viertelfinale, aus – und brachten damit die Organisatoren unserer Fahrt sogar noch ein wenig ins Schwitzen.

Der Auftakt ins Turnier verlief vielversprechend. Gegen HP Warta 2 aus Schweden gelang ein verdienter 17:13-Erfolg. Im zweiten Spiel des Tages musste sich die Mannschaft jedoch Mölndals HF mit 13:18 geschlagen geben. Dennoch war bereits zu erkennen, dass das neu zusammengestellte Team von Spiel zu Spiel besser harmonierte.

Am Mittwoch überwog trotz der zwei Punkte eher die Enttäuschung. Das Spiel gegen Hisar Okulları SK aus der Türkei fiel aus und wurde kampflos zugunsten der Girls 13 gewertet. Doch geschenkte Punkte waren nicht das, wofür die Mädchen die lange Reise nach Schweden auf sich genommen hatten. Sie wollten Handball spielen, Erfahrungen sammeln und sich mit Teams aus anderen Ländern messen. So fehlte ihnen ausgerechnet in der Gruppenphase eine weitere wichtige Gelegenheit, als neu formierte Mannschaft noch enger zusammenzuwachsen.

Am Donnerstag warteten mit OV Helsingborg 1 und Thisted IK zwei starke Gegner. Trotz großem Einsatz musste sich die Mannschaft mit 11:16 beziehungsweise 5:15 geschlagen geben. Damit stand fest, dass der Weg im B-Play-off weitergehen würde.

Dort zeigte die Mannschaft eindrucksvoll, wie sehr sie inzwischen zusammengewachsen war. Im Sechzehntelfinale wurde KFUM Stavanger Håndball aus Norwegen mit 18:15 bezwungen. Im anschließenden Achtelfinale folgte gegen Kärra HF 2 ein souveräner 15:8-Erfolg. Die Girls 13 hatten sich damit einen Platz unter den besten acht Mannschaften des B-Play-offs gesichert.

Im Viertelfinale wartete schließlich Vikingur 1 aus der isländischen Hauptstadt Reykjavík – ein traditionsreicher Verein, der sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bereits mehrfach isländischer Meister geworden ist. Dass die Isländerinnen später sogar das Finale des B-Play-offs erreichten, unterstreicht noch einmal die Qualität dieses Gegners.

Die Partie entwickelte sich zu einem echten Krimi. Die Girls 13 erwischten einen Traumstart und gingen mit einer 10:7-Führung in die Halbzeitpause. Doch die Freude wurde getrübt: Mit Matea musste eine der wichtigsten Rückraumspielerinnen das Spiel in der Pause beenden. Ein herber Rückschlag für die Mannschaft, der den Isländerinnen neue Möglichkeiten eröffnete. Dennoch kämpften sich die Girls 13 mit großem Einsatz zurück und retteten sich in die Verlängerung.

Beim Partille World Cup wird die Verlängerung nach dem Golden-Goal-Prinzip entschieden – das nächste Tor gewinnt. Die Girls 13 gewannen durch Mia die Anwurfwahl und hatten damit den ersten Ballbesitz. Obwohl sich die Mannschaft sogar zwei eigene Angriffe erspielte, wollte der entscheidende Treffer einfach nicht fallen. Stattdessen waren es die Spielerinnen von der Insel aus Feuer und Eis, die das Golden Goal erzielten und mit 17:16 den Einzug ins Halbfinale perfekt machten.

Diese Niederlage tat allen unglaublich weh. So nah war die Mannschaft der Qualifikation für die Finalspiele am Samstag im Heden, dem Herzstück des Partille World Cups, noch nie gewesen. Nur ein einziges Tor fehlte zu einem Erlebnis, von dem wohl jede Spielerin vor der Reise nach Göteborg geträumt hatte.

Mehr zum Team auf der [Teamseite].

Für die Organisatoren der Fahrt bedeutete das Ausscheiden gleichzeitig Planungssicherheit für die Heimreise. Im Vorfeld war vereinbart worden, dass beide Reisebusse erst dann den Heimweg antreten würden, wenn auch die letzte Mannschaft ausgeschieden war. Hätten die Girls 13 den Sprung ins Halbfinale geschafft, hätten sich die Abfahrtszeiten komplett nach ihnen gerichtet. Die jüngste Mannschaft unserer Reisegruppe hätte am Samstag im Mittelpunkt gestanden. Schade – dieses Erlebnis hätte sich das Team nach seiner außergewöhnlichen Turnierwoche mehr als verdient gehabt.

Nicht nur sportlich entwickelte sich die Mannschaft hervorragend. Auch abseits des Spielfeldes wuchs die bunt gemischte Truppe immer enger zusammen. Bereits am Ankunftstag wurde gemeinsam durch Göteborg gebummelt und erfolgreich geshoppt. Ein gemeinsamer Pizzaabend am Donnerstag sorgte zusätzlich für gute Stimmung.

Die beiden Betreuerinnen Karin Haakmann und Christina Reselage erlebten hautnah, wie aus vier Mannschaften eine wurde. „Obwohl die Gruppe aus Spielerinnen des TV Cloppenburg und des SV Cappeln bestand, hat man das im Laufe der Woche eigentlich kaum noch gemerkt.“

Besonders in den Play-offs war zu spüren, wie eng die Mannschaft inzwischen zusammengerückt war. „Die Mädchen haben in den Play-offs noch einmal richtig aufgetrumpft. Da hat man gemerkt, wie viel Freude ihnen das Turnier gemacht hat und wie sehr sie als Team zusammengewachsen sind.“

Neben den sportlichen Erfolgen waren es vor allem die gemeinsamen Erlebnisse, die diese Woche unvergesslich machten. Nicht jedes Mädchen hatte die gleichen Erwartungen an das Turnier, doch spätestens zum Ende der Woche fanden auch die letzten Spielerinnen den Weg zu den gemeinsamen Abendveranstaltungen mit den anderen Mannschaften. Aus vier Teams war eine Gemeinschaft geworden.

Die Girls 13 haben eindrucksvoll bewiesen, dass Teamgeist wichtiger sein kann als eine lange gemeinsame Vorbereitung. Aus 16 Spielerinnen und vier unterschiedlichen Mannschaften entstand innerhalb weniger Tage eine Einheit, die auf und neben dem Spielfeld füreinander einstand. Trotz schwieriger Voraussetzungen, dem kurzfristigen Ausfall ihrer Trainerin und weiterer Rückschläge kämpfte sich das jüngste Team unserer Reisegruppe bis ins Viertelfinale des B-Play-offs und war dort nur ein Golden Goal von den Finalspielen im Heden entfernt.

Sportlich fehlte am Ende nur ein Tor. Menschlich war das Turnier dagegen ein voller Erfolg. Die Girls 13 sind als bunt zusammengewürfelte Mannschaft nach Göteborg gereist – und als echtes Team wieder nach Hause gekommen. Genau das macht den Partille World Cup so besonders.